Was ist ein Trojaner?

Trojaner sehen harmlos aus, etwa wie eine Rechnung oder ein nützliches Tool. Einmal geöffnet, verschaffen sie Kriminellen heimlich Zugriff auf Ihre Firmengeräte.

DefinitionEin Trojaner ist eine Schadsoftware, die sich als nützliches oder harmloses Programm tarnt und nach der Ausführung heimlich Angreifern Zugriff auf das Gerät verschafft.

Kurz erklärt

Ein Trojaner ist eine Schadsoftware, die sich als nützliches oder harmloses Programm tarnt und nach der Ausführung heimlich Angreifern Zugriff auf das Gerät verschafft. Der Name geht auf das Trojanische Pferd der griechischen Sage zurück: Von außen sieht alles unverdächtig aus, das Gefährliche steckt im Inneren. Trojaner sind eine der häufigsten Arten von Malware.

Wie funktioniert ein Trojaner?

Anders als ein klassischer Virus verbreitet sich ein Trojaner in der Regel nicht selbst. Er ist darauf angewiesen, dass jemand ihn öffnet oder installiert. Deshalb setzen Angreifer auf Täuschung, also auf Social Engineering:

  • E-Mail-Anhänge, die als Rechnung, Mahnung, Lieferschein oder Bewerbung getarnt sind
  • Office-Dokumente, die zum „Aktivieren der Bearbeitung“ oder von Makros auffordern
  • gefälschte Updates, etwa für den Browser oder ein PDF-Programm
  • Gratis-Versionen von kostenpflichtiger Software aus inoffiziellen Quellen
  • Apps, die per SMS-Link zum Download angeboten werden

Nach dem Start arbeitet der Trojaner meist unsichtbar. Je nach Typ zeichnet er Tastatureingaben und Passwörter auf, späht Online-Banking-Daten aus, ermöglicht Fernsteuerung („Remote Access Trojaner“) oder lädt weitere Schadsoftware nach. Häufig ist ein Trojaner nur die Vorhut: Er verschafft den Zugang, über den später etwa Ransomware eingeschleust wird.

Besonders tückisch: Viele Trojaner bleiben wochenlang unentdeckt. Sie sammeln Informationen und melden sich regelmäßig bei einem Server der Angreifer, um neue Befehle zu empfangen. Offensichtliche Anzeichen gibt es oft keine. Hinweise können unbekannte Programme im Autostart, deaktivierte Schutzsoftware oder Anmeldungen zu ungewöhnlichen Uhrzeiten in E-Mail- und Cloud-Konten sein.

Ein typisches Beispiel aus dem KMU-Alltag

Ein Installateurbetrieb mit acht Mitarbeitenden erhält eine E-Mail, die scheinbar von einem bekannten Großhändler stammt. Im Anhang liegt eine „offene Rechnung“ als Word-Dokument. Die Büroleiterin öffnet die Datei und klickt auf „Inhalt aktivieren“, weil das Dokument sonst angeblich nicht richtig angezeigt wird. Es passiert scheinbar nichts. Tatsächlich hat sich ein Trojaner eingenistet, der die Zugangsdaten für das Online-Banking mitschneidet. Einige Tage später fällt eine Überweisung an ein unbekanntes Konto auf.

So schützen Sie Ihr Unternehmen

  • Makros blockieren: Stellen Sie Office so ein, dass Makros aus dem Internet und aus E-Mails grundsätzlich nicht ausgeführt werden.
  • Bei Anhängen nachfragen: Kommt eine unerwartete Rechnung, rufen Sie beim Absender unter der bekannten Nummer an, nicht unter der in der E-Mail.
  • Software nur aus offiziellen Quellen: Keine „gecrackten“ Programme, keine Plugins oder Apps von unbekannten Download-Seiten.
  • Updates aktuell halten: Ein funktionierendes Patch-Management erschwert es Trojanern, sich Administratorrechte zu verschaffen.
  • Zwei Faktoren für wichtige Konten: Mit Zwei-Faktor-Authentifizierung nützen gestohlene Passwörter allein den Angreifern wenig.
  • Virenschutz und Warnungen ernst nehmen: Meldungen des Schutzprogramms nicht einfach wegklicken, sondern prüfen lassen.
  • Aktuelle Maschen kennen: Die Watchlist Internet warnt laufend vor gefälschten Rechnungen und Paketbenachrichtigungen, die in Österreich im Umlauf sind.
  • Freigaben bei Zahlungen: Überweisungen ab einer bestimmten Höhe nur nach Vier-Augen-Prinzip.

Was tun im Ernstfall?

Haben Sie den Verdacht, dass ein Trojaner aktiv ist, trennen Sie das Gerät vom Netzwerk und nutzen Sie es nicht mehr für Bankgeschäfte oder Logins. Verständigen Sie sofort Ihre Bank, wenn Zahlungsdaten betroffen sein könnten, und lassen Sie das Gerät von Fachleuten untersuchen und neu aufsetzen. Ändern Sie alle Passwörter, die auf dem Gerät verwendet wurden, von einem sauberen Gerät aus. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei oder über die Cybercrime-Meldestelle des BMI (against-cybercrime@bmi.gv.at). Ob personenbezogene Daten abgeflossen sind, sollten Sie im Hinblick auf die DSGVO-Meldepflicht (72 Stunden) rasch klären.

Xcubitor wird künftig ungewöhnliche Anmeldungen in Microsoft-365- und Google-Konten erkennen, wie sie nach einem Passwortdiebstahl durch Trojaner typisch sind.

Zurück zum Lexikon · Fragen aus der Praxis in der Cybersecurity-FAQ · Stand: Oktober 2026

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